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Neujahrskonzert auf Schloss Liedberg am 8. Februar 2020

Durch ein pittoreskes Dorf mit engen Straßen führt der Weg zum imposanten Schloss Liedberg, wo unser diesjähriges Neujahrskonzert stattfindet. 

Unmittelbar in der Nähe von dem bekannten Schloss Dyck gelegen nimmt Schloss Liedberg hier eine besondere Stellung ein: schließlich handelt es sich um eine für die Gegend am Niederrhein außergewöhnliche Höhenburg.

Die Höhe am Fusspunkt des Schlossturmes liegt bei 77,7 m über NN, sodass der Turm eine wunderbare Aussicht bietet, die bei gutem Wetter den Kölner Dom einschließt. 

Schloss Liedberg hat seinen Ursprung bereits mindestens im 13. Jahrhundert und ist seitdem Zeuge einer bewegten (Bau-)Geschichte geworden. Neben dem Turm als ältestem Baukörper, der auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückgeführt werden kann, wird das heutige Erscheinungsbild besonders durch die Barockhaube geprägt. Nachdem im zweiten Weltkrieg Schäden entstanden sind und eine rentierliche Bewirtschaftung schwierig war, wurde Schloss Liedberg größtenteils dem Verfall preisgegeben, Peter Overlack erwarb es 2007 in nahezu ruinösem Zustand. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ute Overlack, einer erfahrenen Innenarchitektin, hat er es seitdem grundlegend und beispielhaft saniert, teilweise sogar wiedererrichtet. Sehr verdient wurden sie 2010 mit dem Preis der Stiftung der Deutschen Burgenvereinigung für herausragendes Engagement bei der Wiedererschaffung des früheren Glanzes geehrt. Wie schön also, dass die Landesgruppe Rheinland heute hier zu Gast sein darf.

 

Im Hof versammeln sich die zahlreichen Teilnehmer an diesem Februarnachmittag und werden von dem Ehepaar Overlack begrüßt. Hier gehen sie unter anderem kurz auf das neue und dabei so altbewährte Nutzungskonzept ein: ein Teil der Gebäude wird privat genutzt, der andere als Büro für ein nahestehendes Unternehmen. 

 

In zwei Gruppen werden die 70 Teilnehmer durch beide Teile geführt und erfahren hierbei Details zu den Renovierungsarbeiten, entdecken zahlreiche Besonderheiten und erhalten auch Einblick in die "Arbeitsteilung" des einnehmenden Ehepaares Overlack: der Hausherr stellte die Innenarchitektin nämlich gerne durch überraschende Anschaffungen vor besondere Herausforderungen. So sollten durch seine Funde bei Internetauktionen beispielsweise Säulen, indische Schränke und sogar ein Paternoster untergebracht werden. Für alles fand sie eine Lösung und hat es geschafft, in dem einen Teil ein einladendes und wunderbares Heim für die große Familie zu schaffen und in dem anderen Teil Arbeitsplätze, die den modernsten Ansprüchen entsprechen.

Der wehrhafte äußere Eindruck von Schloss Liedberg und zahlreiche Details im Inneren, wie die über Jahrhunderte ausgetretenen Stufen, belegen, dass bei den langjährigen Arbeiten die Substanz sowie der ursprüngliche Charakter erhalten wurden. Gleichzeitig ist die gesamte Anlage auch technisch auf modernsten Stand und damit in die Zukunft gebracht worden.

Besonders hervorzuheben Ist, dass bei der Sanierung sowie beim Wiederaufbau ausschließlich Materialien aus der ursprünglichen Konstruktionszeit verwendet worden sind. 

 

In dem neuerrichteten Gebäudeteil findet sich der Rittersaal mit einer detailreichen Holzbalkendecke und einem übergroßen Kamin, In dieser authentischen Atmosphäre kann man sich kaum vorstellen, dass es sich um einen Neubau handelt. Üblicherweise für Konferenzen und größere Meetings genutzt, finden in diesem Saal das diesjährige Neujahrskonzert und das anschließende Abendessen statt.

Beide Führungen enden also hier und nun erwartet die Teilnehmer ein weiterer Höhepunkt, das Konzert des Bläserquintetts der Düsseldorfer Symphoniker. Hierbei haben wir die nahezu einmalige Gelegenheit, fünf Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker unmittelbar zu erleben. Sie führen uns anhand ausgewählter Stücke vom Barock bis zur Moderne die bemerkenswerte Vielfalt der Blasinstrumente vor und begeistern den ganzen Saal restlos, sodass sie drei Zugaben spielen (müssen).

Beim abschließenden Abendessen können alle die zahlreichen Eindrücke des Tages austauschen und dabei auch auf das neue Jahr anstoßen.

 

Liedberg, den 8. Februar 2020

Christian Vonderreck

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