Direkt zum Inhalt springen

 

Kaminabend auf der Marksburg

30. Juli 2016

 

An einem warmen Sommernachmittag haben sich ca. 50 Mitglieder der DBV in Braubach getroffen und sind mit der Marksburgbahn hoch auf den Hügel zur Marksburg gefahren.

Der Anblick von unten den Hügel hinauf ist beeindruckend. Die Schönheit der Region, mit ihren Burgen und Schlössern entlang des Rheins, stellt eine Symbiose aus Architektur und Geschichte dar. Verständlich, dass seit 2002 das Obere Mittelrheintal als einzigartige Kulturlandschaft in all ihrer Faszination zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde.

Nach der erfrischenden Fahrt durch den schattigen Wald und nach ein paar Schritten auf dem kurzen Wanderweg nach oben, kommt man auf der Aussichtsplattform vor dem Schloßeingang an. Hier ist der Ausblick auf den Sonnenuntergang berauschend und lädt die Besucher dazu ein, einen Moment zu verweilen.

Wir wurden sehr herzlich von der jungen und charmanten Tochter unseres Geschäftsführers, Herrn Gerhard Wagner, am Fuchstor empfangen. Durch ihre fundierten Kenntnisse und die lebendige Erzählweise konnte man sich das mittelalterliche Leben von Rittern, Edelleuten und Gesinde auf der Marksburg sehr gut vorstellen.

Mit Hilfe der Dauerausstellungen (Küchengeräte, Truhen und Waffen) werden interessante Aspekte des Zusammenlebens auf der Burg und über den Schutz der Bevölkerung als Wehranlage über mehrere Jahrhunderte vermittelt. Interessant sind insbesondere die Kapelle und die nachgebildeten Ritterrüstungen vom 9. Jahrhundert bis zum Ende der Renaissance. Der sommerliche Kräutergarten (Hildegard von Bingen nachempfunden) ist in einem Teil der ursprünglichen Verteidigungsanlage angelegt und gibt einfach ein geborgenes Gefühl von Landleben. Viele alte Sorten von Arznei- und Küchenkräutern werden noch heute in der alternativen Medizin mit guten Ergebnissen verwendet und sind auch aus traditionellen Küchengerichten nicht mehr weg zu denken.

Nach dem sehr kurzweiligen Rundgang mit vielen Anekdoten und Sprichwörtern sind wir in der gotische Burgküche im Inneren der Kernburg empfangen worden. In einer passenden Atmosphäre bei Kerzenschein und knisterndem Kaminfeuer haben wir ein mittelalterliches Gelage in musikalischer Begleitung eines Minnesängers verbracht, der sein Publikum mit Wort und Witz begeistern konnte, so dass es ein sehr gelungener Abend war.

Auch der nette Hund eines Gastes war von der Musikeinlage des Darstellers beeindruckt, brachte er doch bei jedem Beifall seine Begeisterung durch zustimmendes Gebell zum Ausdruck.

Als die Sonne langsam unterging, konnten wir die Abenddämmerung über dem Tal bewundern. Ein romantischer Anblick, den man mit viel Freude und Demut genießen konnte.

Vielen Dank an alle Organisatoren, Herrn Vondereck, Herrn de Jong und vor allem unserer junge Studentin, Frau Wagner, die uns mit viel Motivation und Fachkenntnis einen schönen und lebhaften Abend beschert hat.

Berg und Burgen schauen herunter
In den spiegelhellen Rhein,
und mein Schiffchen segelt munter,
rings umglänzt von Sonnenschein!

Heinrich Heine, Buch der Lieder, 1827

(Auszug aus dem Projekt Rhein-Blicke im Rahmen des Kulturlandschafts-Entwicklungskonzepts zur standortbezogene Gestaltung des Rheintals in einem Abschnitt über 67 Km zwischen Koblenz und Bingen).

 

Galerie